Altarraum St. Raphael

Entwurf

 

Die großflächige Ausgestaltung eines sakralen Raumes mit Malerei ist für jeden Künstler eine enorme Herausforderung. Es ist nicht nur die große Malfläche, die es auszugestalten gilt, es ist auch die Tatsache, dass das, was als Bild auf eine Wandfläche aufgetragen wird, etwas Dauerhaftes darstellt. Zudem fordert die Bestimmung des sakralen Raumes, dass die bildlichen Darstellungen auf die Andacht der Menschen, die diesen Raum aufsuchen, nicht störend oder abstoßend wirken. So lautete der Wunsch des mit mir befreundeten Paters Eugen Reinhard, der schon mehrere Jahrzehnte in der Mission auf den Philippinen tätig ist, die St. Raphael-Kapelle in Mansignal so auszumalen, dass den einfachen Menschen vor Ort – zumeist kommen diese aus armen Fischerfamilien – Stationen aus dem Leben des Erzengels Raphael und seines Weggefährten bildhaft vor Augen geführt werden. Abstrakte meditative Bildvorstellungen aus Europa sollte ich getrost vergessen.

 

Auseinandersetzungen mit den einschlägigen Bibeltextstellen und grobe Vorgaben zu den Bildflächemaßen sowie zu den baulichen Einschränkungen wie im Mauerwerk eingelassene Glasbausteine oder Einrichtungs-Gegenstände, die im Kapellenraum belassen werden mussten (Altar, Sitzbänke, ewiges Licht u. a.) führten zu einem farblich intensiv gehaltenen Entwurf einer Bildgeschichte.

 

Die Gegebenheiten vor Ort forderten dann wiederum einiges an Improvisation, denn außer einer Leiter gab es weder ein Gerüst noch geeignete Pinsel oder Farben. Zudem erforderte die tropische Hitze, dass Ventilatoren und Klimaanlage ständig in Betrieb sein mussten, wodurch die aufgetragenen Farben extrem schnell trockneten. Änderungswünsche, die während der Malphase geäußert wurden, führten zu Übermalungen und Umstrukturierungen der Bildkomposition (z. B. betende Handhaltung mit geöffneten Handflächen, der Weggefährte Tobias in großer Gestalt neben St, Raphael). Da das Projekt in die Osterwoche fiel, musste mehrmals der Kapellenraum für liturgische Feiern freigemacht werden.

 

Trotz allem konnte das Werk nach dreiwöchiger harter Arbeit zur Zufriedenheit des Auftraggebers und der einheimischen Besucher vollendet werden.

Anfangsetappe, Details, Gesamtwerk