Altarraum Lathen

Altarraum Entwurf

 

Ein neues Interieur für den Altarraum der ev.-lutherischen Stephanuskirche in Lathen, das wurde für Albert Radke und mich 2001/02 zu einer enormen künstlerischen Herausforderung.

 

Zurückhaltung in Form und Farbe zeichnet kirchliche Räume ev.-lutherischer Glaubensrichtung aus. Dem Anspruch sollte auch eine Neugestaltung des Altarraums Rechnung tragen. Neben der Schlichtheit im Gesamtausdruck schien mir eine symbolische Eigenheit der Gemeinde wesentlich für die Formgebung der einzelnen Gegenstände. Die Stephanus-Gemeinde ruht sinnbildlich gesehen auf drei Säulen, die bei aller Gemeinsamkeit auch ihre Unterschiedlichkeit erkennen lassen. Diese Säulen werden gebildet aus einem „alten Stamm“ der emsländisch verwurzelten Gemeindemitglieder, aus den Flüchtlingen, die nach dem 2. Weltkrieg ansässig wurden und aus einer Gruppe Russlanddeutscher, die seit 1980 hinzukamen. Im Zusammenhalt und Aufeinander-Angewiesensein bilden diese drei Stränge eine Trinität, die verbunden und stabil erscheint. Dieser Gedanke der drei tragenden Säulen durchdringt die Formgebung für alle Gegenstände im Altarraum.                                                                                                                                               

 

Ein weiteres formgebendes Symbol ließ sich in einem Ausspruch finden, der dem heiligen Stephanus zugeschrieben wird: „Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes sitzen“. Offenheit in der Konzeption, eine klare, eindeutige Formgebung, nichts was niederdrückt oder durch Formenfülle ablenkt oder überlagert.

 

Mit dem Bildhauer Albert Radke aus Sögel hatte ich einen Fachmann für Holzbearbeitung an meiner Seite, der nordisches Eichenholz für das Interieur auswählte, die Konzeption gemeinsam mit mir verfeinerte und die Umsetzung meiner Entwürfe in der Tischlerei Bley in Spanharrenstätte anleitete und durchgängig begleitete. Für das Taufbecken schnitzte er zudem die Figur der Taube.